Präambel

Auf Grundlage weltanschaulicher und religiöser Überzeugungen, die für das Wohl, die Achtung und die Freiheit eines jeden Menschen einstehen, besteht die Verpflichtung, ein gelingendes Zusammenleben in einer von Vielfalt geprägten Stadtgesellschaft zu gestalten. Eine Verantwortung ergibt sich in besonderer Weise durch die historischen Erfahrungen geschehenen Unrechts auch in unserer Stadt. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit fordert eine Positionierung und ein Engagement, das sich gegen die Ausgrenzung und Herabwürdigung von einzelnen Menschen und Gruppen stellt, wie sie beispielsweise in rassistischen, sexistischen und homophoben Diskriminierungen wirksam werden.

Eine Vielzahl von Frankfurter Initiativen, Organisationen und Einrichtungen, Religionsgemeinschaften und Kirchen, Vereinen und Unternehmen übernimmt seit langer Zeit die Verantwortung, ein respektvolles Zusammenleben in unserer Stadt zu fördern.

Gemeinsam wollen wir, die Unterzeichnenden, im Rahmen eines Bündnisses, das breite gesellschaftliche Engagement unserer Stadt für ein von gegenseitiger Anerkennung und Verständigung getragenes Miteinander zusammenführen. Durch sensibilisierende und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten wollen wir das bestehende Engagement sichtbarer machen. Mit diesem Papier erklären wir, die Unterzeichnenden, unser Selbstverständnis als Bündnispartnerinnen und Bündnispartner:

Anerkennung der Gleichberechtigung unterschiedlicher Identitäten und Lebensentwürfe

Im Bewusstsein der unveräußerlichen Würde und der Grundrechte jedes einzelnen Menschen, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ihren Ausdruck finden, erkennen wir die Gleichberechtigung vielfältiger menschlicher Identitäten und Lebensentwürfe an. Wir erklären, uns aktiv für deren gesellschaftliche Akzeptanz, Anerkennung und Wertschätzung einzusetzen und fördern somit ein respektvolles Zusammenleben in unserer Stadt.

Engagement gegen Diskriminierung

Das Zusammenleben in unserer städtischen Gemeinschaft bedarf der Pflege, der Fürsorge und des Engagements aller gesellschaftlichen Kräfte. Wir leisten einen Beitrag für eine Stadtgesellschaft, die von Inklusion und Solidarität geprägt ist. Niemand darf insbesondere aufgrund der sozialen oder ethischen Herkunft, der Hautfarbe, des Geschlechts, der geistigen, psychischen oder körperlichen Fähigkeiten, des Alters, der sexuellen oder geschlechtlichen Identität, der Religion oder Weltanschauung herabgewürdigt oder diskriminiert werden.

Förderung der Chancengleichheit

Unsere Überzeugung ist, dass jeder Mensch über individuelle und vielfältige Potentiale verfügt. Wir schaffen ein Klima in unserer Stadt, in dem die Menschen ihre Potentiale bestmöglich entfalten können und einen gleichberechtigten Zugang zum gesellschaftlichen Leben haben. Eine offene und wertschätzende Auseinandersetzung mit der Vielfalt eines Menschen weitet die jeweilige Perspektive und fördert das gegenseitige Verständnis. In der offenen Begegnung und Verständigung verlieren Vorurteile ihre Kraft und wechselseitiges Vertrauen kann wachsen. Der positive Umgang mit Vielfalt ist bereichernd und zusätzlicher Impulsgeber für zukunftsfähige Entwicklungen in der Stadtgesellschaft.

Grenzen der Toleranz

Die Anerkennung von Vielfalt kann in diesem Verständnis aber nicht grenzenlos sein. Als wesentliches Merkmal unser freiheitlich demokratischen und pluralistischen Gesellschaft hört Toleranz dort auf, wo sich Einzelne, Gruppen, Institutionen oder Strukturen in ihrer Haltung ihrem Handeln gegen die Werte unseres Grundgesetzes sowie gegen die Werte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte richten. Auf unseren Widerspruch und unseren Widerstand trifft jeder Aufruf zu Hass und jede Ausübung von Gewalt und Ausgrenzung.

Gemeinsames Handeln

Ein gleichberechtigtes Miteinander gelingt nur, wenn eine respektvolle und wertschätzende Verständigung wechselseitig gelebt wird. Wir sind hierfür Beispiel gebend und pflegen einen solchen Umgang in und zwischen unseren Organisationen, Einrichtungen, Vereinen, Unternehmen und Religionsgemeinschaften. Gegenseitige Verständigung und ein respektvoller Umgang ist gerade bei Konflikten unverzichtbar. Diese klären wir im gemeinsamen Gespräch.

Ziele

  • Wir entwickeln eine offene Stadtgesellschaft auf Basis der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
  • Wir betrachten Sprachenvielfalt als wertvolle Ressource.
  • Wir leben in einer vielfältigen Stadtgesellschaft.
  • Wir fördern Chancengleichheit für alle. Diese wird eigeninitiativ genutzt.
  • Wir verstehen Inklusion als Querschnittsaufgabe für sämtliche Gesellschaftsbereiche, wie Politik und Verwaltung, der Wirtschaft, in Vereinen und im Privaten.
  • Wir sehen gegenseitigen Respekt als Voraussetzung für ein vielfältiges Zusammenleben.
  • Wir sehen Vielfalt als Normalität in der Stadtgesellschaft an.
  • Wir sprechen die verschiedenen Formen von Diskriminierung an und wirken auf Abstellung hin.
  • Wir nehmen jeden Menschen als einzigartiges Individuum wahr und betrachten ihn als selbstbestimmten Aktiven.

Schlusssatz

Als Unterzeichnende wirken wir im Sinne des freiwilligen Bündnisses „Die Vielfaltsgestalter Frankfurt (Oder)“ zusammen und verbinden unsere Kräfte zur Gestaltung eines gelingenden Miteinanders. Unter Einbeziehung bestehender Netzwerke und Partner werden wir uns als Bündnis für die Anerkennung von Vielfalte und gegen Diskriminierung in Frankfurt (Oder) engagieren. Es ist unser gemeinsames Ziel, den Geist dieser Erklärung in unsere Stadtgesellschaft zu tragen und ein gleichberechtigtes Miteinander in Vielfalt zu fördern.

  Click to listen highlighted text! Präambel Auf Grundlage weltanschaulicher und religiöser Überzeugungen, die für das Wohl, die Achtung und die Freiheit eines jeden Menschen einstehen, besteht die Verpflichtung, ein gelingendes Zusammenleben in einer von Vielfalt geprägten Stadtgesellschaft zu gestalten. Eine Verantwortung ergibt sich in besonderer Weise durch die historischen Erfahrungen geschehenen Unrechts auch in unserer Stadt. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit fordert eine Positionierung und ein Engagement, das sich gegen die Ausgrenzung und Herabwürdigung von einzelnen Menschen und Gruppen stellt, wie sie beispielsweise in rassistischen, sexistischen und homophoben Diskriminierungen wirksam werden. Eine Vielzahl von Frankfurter Initiativen, Organisationen und Einrichtungen, Religionsgemeinschaften und Kirchen, Vereinen und Unternehmen übernimmt seit langer Zeit die Verantwortung, ein respektvolles Zusammenleben in unserer Stadt zu fördern. Gemeinsam wollen wir, die Unterzeichnenden, im Rahmen eines Bündnisses, das breite gesellschaftliche Engagement unserer Stadt für ein von gegenseitiger Anerkennung und Verständigung getragenes Miteinander zusammenführen. Durch sensibilisierende und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten wollen wir das bestehende Engagement sichtbarer machen. Mit diesem Papier erklären wir, die Unterzeichnenden, unser Selbstverständnis als Bündnispartnerinnen und Bündnispartner: Anerkennung der Gleichberechtigung unterschiedlicher Identitäten und Lebensentwürfe Im Bewusstsein der unveräußerlichen Würde und der Grundrechte jedes einzelnen Menschen, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ihren Ausdruck finden, erkennen wir die Gleichberechtigung vielfältiger menschlicher Identitäten und Lebensentwürfe an. Wir erklären, uns aktiv für deren gesellschaftliche Akzeptanz, Anerkennung und Wertschätzung einzusetzen und fördern somit ein respektvolles Zusammenleben in unserer Stadt. Engagement gegen Diskriminierung Das Zusammenleben in unserer städtischen Gemeinschaft bedarf der Pflege, der Fürsorge und des Engagements aller gesellschaftlichen Kräfte. Wir leisten einen Beitrag für eine Stadtgesellschaft, die von Inklusion und Solidarität geprägt ist. Niemand darf insbesondere aufgrund der sozialen oder ethischen Herkunft, der Hautfarbe, des Geschlechts, der geistigen, psychischen oder körperlichen Fähigkeiten, des Alters, der sexuellen oder geschlechtlichen Identität, der Religion oder Weltanschauung herabgewürdigt oder diskriminiert werden. Förderung der Chancengleichheit Unsere Überzeugung ist, dass jeder Mensch über individuelle und vielfältige Potentiale verfügt. Wir schaffen ein Klima in unserer Stadt, in dem die Menschen ihre Potentiale bestmöglich entfalten können und einen gleichberechtigten Zugang zum gesellschaftlichen Leben haben. Eine offene und wertschätzende Auseinandersetzung mit der Vielfalt eines Menschen weitet die jeweilige Perspektive und fördert das gegenseitige Verständnis. In der offenen Begegnung und Verständigung verlieren Vorurteile ihre Kraft und wechselseitiges Vertrauen kann wachsen. Der positive Umgang mit Vielfalt ist bereichernd und zusätzlicher Impulsgeber für zukunftsfähige Entwicklungen in der Stadtgesellschaft. Grenzen der Toleranz Die Anerkennung von Vielfalt kann in diesem Verständnis aber nicht grenzenlos sein. Als wesentliches Merkmal unser freiheitlich demokratischen und pluralistischen Gesellschaft hört Toleranz dort auf, wo sich Einzelne, Gruppen, Institutionen oder Strukturen in ihrer Haltung ihrem Handeln gegen die Werte unseres Grundgesetzes sowie gegen die Werte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte richten. Auf unseren Widerspruch und unseren Widerstand trifft jeder Aufruf zu Hass und jede Ausübung von Gewalt und Ausgrenzung. Gemeinsames Handeln Ein gleichberechtigtes Miteinander gelingt nur, wenn eine respektvolle und wertschätzende Verständigung wechselseitig gelebt wird. Wir sind hierfür Beispiel gebend und pflegen einen solchen Umgang in und zwischen unseren Organisationen, Einrichtungen, Vereinen, Unternehmen und Religionsgemeinschaften. Gegenseitige Verständigung und ein respektvoller Umgang ist gerade bei Konflikten unverzichtbar. Diese klären wir im gemeinsamen Gespräch. Ziele Wir entwickeln eine offene Stadtgesellschaft auf Basis der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Wir betrachten Sprachenvielfalt als wertvolle Ressource. Wir leben in einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Wir fördern Chancengleichheit für alle. Diese wird eigeninitiativ genutzt. Wir verstehen Inklusion als Querschnittsaufgabe für sämtliche Gesellschaftsbereiche, wie Politik und Verwaltung, der Wirtschaft, in Vereinen und im Privaten. Wir sehen gegenseitigen Respekt als Voraussetzung für ein vielfältiges Zusammenleben. Wir sehen Vielfalt als Normalität in der Stadtgesellschaft an. Wir sprechen die verschiedenen Formen von Diskriminierung an und wirken auf Abstellung hin. Wir nehmen jeden Menschen als einzigartiges Individuum wahr und betrachten ihn als selbstbestimmten Aktiven. Schlusssatz Als Unterzeichnende wirken wir im Sinne des freiwilligen Bündnisses „Die Vielfaltsgestalter Frankfurt (Oder)“ zusammen und verbinden unsere Kräfte zur Gestaltung eines gelingenden Miteinanders. Unter Einbeziehung bestehender Netzwerke und Partner werden wir uns als Bündnis für die Anerkennung von Vielfalte und gegen Diskriminierung in Frankfurt (Oder) engagieren. Es ist unser gemeinsames Ziel, den Geist dieser Erklärung in unsere Stadtgesellschaft zu tragen und ein gleichberechtigtes Miteinander in Vielfalt zu fördern. Powered By GSpeech